Bildung statt Blumen 2026
Unser erstes Wiedersehen mit Myanmar nach Covid und Coup führte uns nicht nur als Reiseführer-Autoren wieder nach Myanmar. Ein wichtiger Aspekt dieser Reise war vielmehr eine sozialen Mission: Die Spendengelder, die uns anlässlich der Begräbnisfeierlichkeiten zum Tode von Mom Ute anvertraut wurden, sicher ihrer Verwendung zuzuführen. Unter dem eingangs genannten Motto hatten wir ein ansehnliches Sümmchen sammeln können, das dazu bestimmt war, unterprivilegierte Kinder im Myanmar mit Schulmaterialien zu versorgen. Hefte, Stifte, Radiergummis, Anspitzer und Lineal – für viele arme Familien in Myanmar ist selbst die Beschaffung dieser Basismaterialien eine Unmöglichkeit.
Vom Markt ins Flüchtlingscamp
Oliver verteilt in seiner Funktion als Headmaster in Myanmar der World Chefs seit langem Essen an die Menschen in den Flüchtlingslagern und Slums. So lag es nahe, dass wir auch bei unserer Zusammenarbeit nicht nur das Gehirn, sondenr auch den Magen im Blick hatten. Der Tag begann daher in aller Frühe am Markt mit dem Einkauf wichtiger Grundnahrungsmittel: Kiloweise Zwiebeln, Bohnen, Kürbis, Chillie und etwas Obst gesellten sich zu uns in den LKW. Dann ging es in ein Flüchtlingslager, in dem viele Frauen und Kinder Unterschlupf gefunden haben, die aus dem Westen Myanmars fliehen mussten. Viele von ihnen kennt Oliver aus seiner Zeit am Ngapali Beach. Das Essen wurde von den Frauen der Gemeinschaft aufgeteilt, die Taschen gepackt und den Kindern von uns übergeben. Auch die ganz Kleinen bekamen Material, denn mit Malen und schreiben, radieren und dem Lineal arbeiten kann man ja nie früh genug anfangen.
In der buddhistischen Schule
Oftmals übernehmen Klöster einen Teil der Bildungsarbeit. Denn obwohl Schulen in Myanmar sehr wenig kosten, ist auch das für viele Familien kaum zu stemmen. Das große Problem: Die Klassen sind riesig, die Lehrer/innen unterbezahlt. Die Lehrkräfte verdienen sich ihren Lebensunterhalt daher mit Nachhilfeunterricht. Insider sagen: Wer den nicht zahlen kann, hat große Probleme gute Noten zu bekommen und siuch mit Bildung etwas aufzubauen.
In der Schule, die wir besuchten, lernen junge Mönche zusammen mit Jungs und Mädchen aus der Umgebung. Während die kleinen Mönche oft aus extrem armen Familien kommen oder gar keine Eltern mehr haben, gehören die anderen Schülerinnen und Schüler zwar nicht zu den Ärmsten der Armen, aber sie sind doch auf Hilfe angewiesen. Sie und ihre Eltern sind dankbar für jede Unterstützung, denn sie wissen: Nur wer sich bildet hat eine Chance auf eine bessere Zukunft. Da man wusste das wir kommen haben sich alle besonders hübsch angezogen und ein großes Lächeln geschenkt.
Im Slum
Auch am zweiten Tag ging es erstmal auf einen Markt. Dieser befand sich ganz zentral im Untergeschoss eines unscheinbaren Hauses - so ganz anders als der große Markt gestern ausserhalb der Stadt. Wieder wurden Zwiebeln und andere Grundnahrungsmittel gekauft. Unser heutiges Ziel: Eines Slum in einem der ärmsten Gebiete der Stadt. Die Hütten sind spärlich mit Fetzen gedeckt, es gibt nahezu keine Einrichtung, alle leben auf dem Boden. Verbunden sind die meisten Hütten über Stege, die über den meist nassen Boden führen … wirklich bedrückend. Hier leben auch viele Kinder, sie gehen teils zur Schule, teils nicht. So genau kann da niemand sagen. Allen gemein ist: Im Überfluss lebt hier keiner, jede Hilfe ist willkommen.
Mit Hilfe des Community-Vorstehers und den Frauen der Gemeinschaft suchen wir ersteinmal die ärmsten der Armen auf und verteilen die Taschen direkt an die Bedürftigsten. Wie überall auf der Welt sind das nämlich auch hier die Zurückhaltenden, diejenigen die sich nicht nach vorne drängen.
Über Hundert weitere Kinder aus der ganzen Slumumgebung warten unterdessen geduldig darauf, dass wir auch am LKW mit dem Verschenken beginnen. Sie singen etwas vor, führen ein TikTok-Tänzchen auf bis es endlich losgeht. Selbst als alle Taschen verteilt sind, stehen noch Kinder in der Reihe. Was tun? Dann gibt es eben Reste: Schreibstift, Radiergummi und Lineale. Es wird getauscht und ausprobiert.
Als wir fahren wollen spricht uns ein Junge an, er ist kanpp über 10 Jahre schätzen wir - also einer der Größeren. Schüchtern nimmt er allen Mut zusammen und sagt: “Very good action”. Er gibt uns den Daumen hoch und bkickt mir in die Augen. Mir steigen die Tränen in die Augen. So wenig hat so viele glücklich gemacht und uns allen ein paar aufregende Stunden beschert, die ein Lichtblick im Alltag sind und sicher noch länger sein werden. Wir kommen wieder! Denn Lichtblicke kann es in dieser Welt nicht genug geben.
Zur Sonne in Yangon
Der Tag mit Jochen in den Schulen der Sonne haben gezeigt: Bildung macht den Unterschied. Die Kinder, die wir trafen waren aufgeweckt, wissbegierig, freundlich und angenehm selbstbewusst. Die Lehrerinnen haben uns durchweg beeindruckt und das ganze Team macht einen wirklich guten Job.
Gestellt wird nicht nur das Klassenzimmer, die Lehrer/innen und das Schulmaterial. Auch für Kleidung wird gesorgt und ein gesundes Mittagsessen gehört ebenfalls dazu. Es gibt Nachhilfe und Betreuung. Und wenn mal irgendwo richtig Not herscht, etwa weil ein Kind krank wird, dann hilft der Nothilfefonds. Eine wahrhaft lebensrettende Hilfe. Die Kinder kommen durchweg aus extrem armen Familien, ohne die Sonne würden sie vielfach betteln und nichts lernen können. Dank der Sonne haben sie eine Zukunft.
Auch für die Älteren gibt es Lernangebote: Computerkurse und Schneiderausbildung schaffen hier Persepktiven.
Jochen zeigte uns auch seinen aktuellen Projekt-Ort: Ein Slum in Yangon, in dem Ende 2026/2027 eine neue Schule entstehen wird. Wir freuen usn schon aufs Wiederkommen und all die Kinder wieder zu sehen, die dann in den Genuss von Bildung kommen.